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Klavier spielen

Im Lehrerseminar war es ein Muss, ein Instrument zu spielen. Ich spielte die Geige. Nur habe ich leider die Geige sehr wenig in meinen 18-Jahren Lehrerinnentätigkeit gebraucht, da ich sie als Begleitinstrument einer Klasse nicht sehr geeignet fand. Dafür aber begleitete ich meine Klassen mit der Gitarre oder dem Klavier. Beides habe ich mir autodidaktisch beigebracht und kenne deshalb auch kein Richtig und Falsch. Ich spiele einfach irgendwie. Aus diesem Grund habe ich mich dafür entschieden während dem Bildungssemester Zeit in die Klavierbegleitung zu investieren. Wobei ich erwähnen möchte, dass ich an der Sekundarschule Münchwilen das Fach Musik nicht unterrichte. Aber es kann ja sein, dass ich irgendwann wieder zurück auf die Primarstufe wechsle.

Bei der Auswahl des Klavierlehrers, und dies war wohlbemerkt noch vor der Coronazeit, stiess ich auf Benjamin Büttler, welcher Onlinelektionen anbot. Dies kam mir sehr entgegen, da ich neun der geplanten zwanzig Wochen nicht zuhause verbringen würde.
Mein Ziel war es 111 Stunden zu üben und 15 Lektionen zu nehmen. (=126 Stunden -> 3 Wochen) Es war spannend zu merken, wie ich in den Lektionen das Geübte manchmal nicht so gut abrufen konnte, vor Allem zu Beginn zum Teil etwas Nervosität dazu kam, welche eigentlich völlig unangebracht war, aber ich wollte es ja gut und richtig machen. Eines meiner Schlüsselerlebnisse aus dem vergangenen halben Jahr erlebte ich beim Klavierspielen. Nach einer Lektion übte ich verbissen an meinen Hausaufgaben, wollte das Besprochene unbedingt hinkriegen, übte stundenlang, ja tagelang, sah aber nur wenig Erfolg. Dies war frustrierend. Ich merkte am eigenen Leibe, wie wichtig es als Lehrperson ist, die Schülerinnen und Schüler zu fördern und fordern, aber nicht zu überfordern. Der Stoff soll herausfordernd sein, aber nicht langweilig. Lösbar, aber nicht zu einfach. Ja und dies ist eine Kunst, wenn im Klassenzimmer 20 SchülerInnen sitzen. Wieder als Lehrerin tätig möchte ich mir bewusst vornehmen, auf diese Punkte zu achten. Ich glaube es ist sehr entscheidend beim Unterrichten täglich kleine, erreichbare, realistische Ziele zu stecken. Ob und wie sehr ich mich in dieser Zeit verbessert habe, finde ich schwierig zu beurteilen. Mein Man findet es schön, wenn ich Klavier spiele, aber nicht, wenn ich übe und gewisse Abschnitte x-mal wiederhole. Aber ich bin sicher steter Tropfen höhlt den Stein und glaube daran, dass Übung den Meister macht. Deshalb übe ich fleissig weiter.

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