Walter, mein Schwiegervater, hatte vor 5 Jahren einen
schweren Bikeunfall und ist seither Tetraplegiker. Nebst der Spitex, welche
täglich am Morgen und am Abend kommt, ist Anna, seine Frau, rund um die Uhr für
ihn da. Ich wollte den Bildungsurlaub nützen, um Anna eine kleine Auszeit zu
gönnen, in der Pflege dazuzulernen und auch Walter besser kennenzulernen.
Letzte Woche ging ich zu einem Vorgespräch und Anna erzählte mir alles, was zu
tun war. Ich erinnerte mich an die Situation, in welcher ich meine Vertretung
in der Schule instruierte und fragte mich, wie ich mir all die Sachen merken
sollte. So viele Dinge, welche man im Alltag automatisch nebenbei macht, welche
aber trotzdem kommuniziert sein müssen, damit dann alles läuft. Für mich war es
aber beruhigend zu wissen, dass Walter ganz genau weiss, was er wann braucht
und wo was zu finden ist. Dennoch hatte ich Respekt vor den drei Tagen. Am
Montagmorgen ging ich um halb Sieben zur Tagwache, so konnte ich beobachten,
wie Anna das Morgenritual handhabte. Das war für mich sehr hilfreich, hinter
den theoretischen Erklärungen konnte ich mir etwas vorstellen und sah konkret,
was auf mich zukam. Ich merkte einmal mehr wie wichtig die Praxis ist. Die drei
Tage bei Walter sind sehr positiv verlaufen. Es gibt Tage, da sind für ihn die
Schmerzen kaum auszuhalten und ich war dankbar, dass er eine gute Phase hatte. Meine
Haupttätigkeit bestand darin seine Hände zu sein und ich versuchte ihm den
Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten. Für mich war es ein Geschenk, dass
Walter meine Unterstützung akzeptierte, Anna die Zeit geniessen konnte und ich
meinen Horizont erweitern durfte.
Bereits in meiner Kindheit spielte Sport eine grosse Rolle und Bewegung war für mich schon immer sehr wichtig. Ich merke, wie sie mir nicht nur körperlich guttut, sondern ich auch gut abschalten und auftanken kann. Beim Planen meines Bildungssemesters überlegte ich, in welchem Bereich ich mich gerne verbessern würde und entschied mit fürs Zumba. Diese Sportart lernte ich vor 7 Jahren auf den Philippinen kennen. Jeden Samstagmorgen kam jeweils eine Instruktorin mit einer Musikbox in den Park und für umgerechnet 20 Rappen durfte man beim Openair-Tanzen mitmachen. (Siehe Bild). Ich meldete mich beim Update-Fitness an. Zum Glück habe ich ein gutes Taktgefühl, auch sonst schon Paartanzkurse besucht und würde mich als koordinativ ziemlich geschickt beschreiben. Trotzdem fühlte ich mich anfangs ziemlich überfordert und als totale Anfängerin. Es ging so schnell und ich staunte über die trittsichere Tänzerin vor mir. (Ein paar Wochen nach meinem ersten Besuch erfuhr ich dann jedoch, dass di...
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