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24 hours

Walter, mein Schwiegervater, hatte vor 5 Jahren einen schweren Bikeunfall und ist seither Tetraplegiker. Nebst der Spitex, welche täglich am Morgen und am Abend kommt, ist Anna, seine Frau, rund um die Uhr für ihn da. Ich wollte den Bildungsurlaub nützen, um Anna eine kleine Auszeit zu gönnen, in der Pflege dazuzulernen und auch Walter besser kennenzulernen. Letzte Woche ging ich zu einem Vorgespräch und Anna erzählte mir alles, was zu tun war. Ich erinnerte mich an die Situation, in welcher ich meine Vertretung in der Schule instruierte und fragte mich, wie ich mir all die Sachen merken sollte. So viele Dinge, welche man im Alltag automatisch nebenbei macht, welche aber trotzdem kommuniziert sein müssen, damit dann alles läuft. Für mich war es aber beruhigend zu wissen, dass Walter ganz genau weiss, was er wann braucht und wo was zu finden ist. Dennoch hatte ich Respekt vor den drei Tagen. Am Montagmorgen ging ich um halb Sieben zur Tagwache, so konnte ich beobachten, wie Anna das Morgenritual handhabte. Das war für mich sehr hilfreich, hinter den theoretischen Erklärungen konnte ich mir etwas vorstellen und sah konkret, was auf mich zukam. Ich merkte einmal mehr wie wichtig die Praxis ist. Die drei Tage bei Walter sind sehr positiv verlaufen. Es gibt Tage, da sind für ihn die Schmerzen kaum auszuhalten und ich war dankbar, dass er eine gute Phase hatte. Meine Haupttätigkeit bestand darin seine Hände zu sein und ich versuchte ihm den Alltag so angenehm wie möglich zu gestalten. Für mich war es ein Geschenk, dass Walter meine Unterstützung akzeptierte, Anna die Zeit geniessen konnte und ich meinen Horizont erweitern durfte.

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